
Ein kleiner Verein, ein frisch gegründeter Handwerksbetrieb oder ein Einzelunternehmer braucht anfangs vielleicht nur:
Dafür ist ein Baukastensystem vollkommend ausreichen. Die sind schnell online gestellt und auch die Kosten sind am Anfang niedrig und werden von jedem Anbieter transparent darsgetellt. Auch die Inhalte der Website an sich sind schnell eingetragen. Das funktioniert in der Regel genauso einfach, wie wenn man die Inhalte in einem Word-Dokument schreibt. Das passiert alles ohne großen technischen Aufwand.
Die Wende kommt dann meistens erst später. Das Unternehmen oder der Verein wächst immer weiter und die Website soll mitwachsen. Dann stellen sich die ersten Probleme ein, wenn das verwendete Template doch nicht so flexibel ist, wie zuerst gedacht.
Das sind einige Zeichen die auftreten, wenn das Unternehmen oder der Verein aus dem Baukasten herauswächst:
Am Anfang wird solange nach einem Template gesucht, bis man eins findet, das den eigenen Vorstellungen am nächsten kommt. Ist das ausgesuchte Template ein sehr beliebtes Template, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass auch viele andere dieses Template verwenden.
Irgendwann möchte man jedoch nicht aussehen wie "Template Nummer 17" von Jimdo sondern es soll die eigene Markenidentität mitgeprägt werden.
Dann kommen Wünsche wie:
Spätestens zu diesem Zeitpunkt merkt man plötzlich sehr schnell, dass man ständig gegen das vorgegebene Template und die Grenzen des Systems arbeitet.
Der Baukasten, der am Anfang vieles einfacher gemacht hat, fängt jetzt an, Entscheidungen vorzugeben und zu sagen, was möglich ist und was nicht.
Wenn das Unternehmen oder der Verein wächst, dann werden aus den fünf "Standardseiten", die jede Website at, sehr schnell viel mehr.
Da kann dann plötzlich noch Seiten dazukommen wie:
Die Inhalte dieser Seiten können dann auch nicht mehr mit einzelnen statischen Seiten sinnvoll bedient werden. Diese strukturierten Inhalte verlangen nach einem CMS um diese vernünftig verwalten zu können. Man fragt sich hier nicht mehr, ob ich noch eine weitere Seite hinzufügen kann, sondern: Wie kann ich meine Inhalte so strukturieren, dass ich die langfristig einfach und sinnvoll verwalten kann, ohne dass mir das Handling der Inhalte über den Kopf wächst.
Werden die Inhalte auf der Website mehr, dann wird auch das CMS größer. Dann kommen Wünsche auf, wie beispielsweise in einer Übersicht bestimmte Filter setzen zu können. Oder eine besondere Darstellung der Referenzen. Oder ein individuelles Formular. Oder Seiten mit dynamischen Inhalten und bestimmten Interaktionen.
Wenn nach solchen Wünschen die Frage nicht lautet: "Wie setzen wir das am besten um?", sondern: "Wie bekommen wir das irgendwie mit unserem Homepage-Baukasten hin?", dann ist das ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die Plattform zum Problem wird.
Die Wünsche an sich sind nicht das Problem. Sondern die Plattform mit dem Template, das für solche Änderungen einfach nicht gemacht ist.
Für eine einfache lokale Auffindbarkeit können die vorhandenen Möglichkeiten im SEO-Bereich durchaus ausreichen.
Sobald man jedoch anfängt, eine richtige SEO-Strategie umsetzen zu wollen, stößt man auch hier schnell an die Grenzen der Baukastensysteme.
Konkret geht es dann um Themen wie:
Bei diesen Themen ist es sehr wichtig, Kontrolle und Flexibilität zu haben. Das können die meisten einfachen Baukastensysteme nicht bieten und man stößt zu diesem Zeitpunkt schnell an Grenzen.
Zeichen Nr. 5 ist eines der wichtigsten überhaupt. Leider bemerkt man diesen Punkt meistens erst viel zu spät.
Die entscheidende Frage ist: Was passiert eigentlich, wenn ich Jimdo oder einen anderen Homepage-Baukasten verlassen möchte?
Bei Texten und Bildern ist das kein Problem. Die sind vorhanden und die können einfach in das neue System übernommen werden.
Das Problem ist jedoch die eigene Website an sich. Eine Website lässt sich normalerweise nicht aus einem Homepage-Baukastensystem als vollständiges Projekt exportieren und ein ein anderes System wieder importieren.
Das bedeutet praktisch: Bei einem Wechsel der Plattform kommt man um einen Neuaufbau beinahe nie herum, das eine vermeintliche Migration gar nicht gibt.
Das ist jedoch kein Problem eines bestimmten Anbieters von Baukastensystemen. Jeder Anbieter hat hier sein eigenes proprietäres System erzeugt und für den Nutzer damit einen sog. Lock-in.
Am Anfang ist die Website vielleicht nur eine digitale Visitenkarte. Später kommen dann jedoch ziemlich schnell folgende Punkte dazu:
Zu dem Zeitpunkt verändert sich auch die angemessene Investition. Eine Website, die praktisch keine geschäftliche Funktion erfüllt, muss nicht aufwendig sein.
Wenn die Website aber Teil der Kundengewinnung wird, dann sollte sie auch wie ein geschäftliches Werkzeug behandelt werden.
Trotz aller aufgeführten Punkte gibt es auch Argumente, beim vorhandenen Baukastensystem zu bleiben. Diese Systeme haben absolut ihre Daseinsberechtigung, die ich ihnen hier nicht absprechen könnte.
Wenn eine Website klein ist, selten verändert wird, das vorhandene Design funktioniert, keine besonderen Funktionen benötigt werden und sie ihren Zweck erfüllt: Dann besteht überhaupt kein Bedarf oder Zwang, auf eine komplexere Lösung zu wechseln.
Nur weil es technisch eine "professionellere" Lösung gibt, muss man keine funktionierende Website ersetzen.
Um herauszufinden, an welchem Zeitpunkt oder welcher Stelle du gerade bist, kannst du dir einfach fünf einfache Fragen stellen:
Wenn davon mehrere problematisch werden:
Dann ist vermutlich nicht deine Website zu klein geworden, sondern das System dahinter.